Am 20.08.2025 erfolgte die feierliche Eröffnung des Radlerstopps Niedervogelgesang durch GEPRO und den Pirnaer Baubürgermeister.
Der Radlerstopp Niedervogelgesang besteht aus 2 Tischen und 4 Sitzbänken aus Sandsteinblöcken, einer Überdachung, einer Fahrrad-Werkstatt-Box, dem 100 Ellen-Stein "501" sowie vier Hinweistafeln mit eisenbahngeschichtlichen Informationen.
Der Radlerstopp Niedervogelgesang ist ein Geschenk von GEPRO an die Stadt Pirna.
Mehr WenigerAls Teil der Sanierung der Strecke 6240 im oberen Elbtal wurde im Streckenabschnitt von km 41,360 bis km 41,618 ein 260 m langes Stützbauwerk neu errichtet.
Wegen der stark begrenzten Zugänglichkeit des Bauwerkes ausschließlich über den Elberadweg wurde hierfür ein von GEPRO entwickeltes neuartiges System aus Wandelementen in Sandwich-Bauweise mit einer Rückverhängung aus Mikropfählen angewendet. Die Bauweise ermöglicht wegen ihrer kleinteiligen und vorgefertigten Baukörper einen gleisgebundenen Bau in Nachtsperrpausen. Niedervogelgesang war die erfolgreiche Premiere für diese Bauweise der Element-Stützwand bzw. ESW.
Die Ausführung dieser neuen Bauweise erfolgte durch die Regionale Instandsetzung KIB Sachsen der DB InfraGO AG (RIS). Nach Abschluss der Bauarbeiten wurde die Stützwand durch eine Gruppe von Dresdner Graffiti-Künstlern mit bahn-spezifischen Motiven farblich gestaltet.
Während der Bauzeit der ESW konnten vier 100 Ellen-Steine aus der Zeit des Streckenbaus von 1850 geborgen werden. Die 100-Ellen-Steine wurden von GEPRO an einen Steinmetz gegeben, um sie aufarbeiten zu lassen und die Zahlen mit Goldschrift hervorheben zu lassen. Um die nun wieder hergerichteten Zeitzeugnisse einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, wurden die Steine an der ESW auf gut sichtbaren Konsolen postiert.
Als weitere Besonderheit der Örtlichkeit kommt hinzu, dass an der ESW Niedervogelgesang zufälligerweise auch noch die in Dresden beginnende „Versteinung“ aus dem Jahr 1851 mit 100-Ellen-Steinen – eine Dresdner Elle ist 56,638 cm lang – und die nach der Meterkonvention von 1875 von Bodenbach aus begonnene Kilometrierung mit einerseits dem 100-Ellen-Stein 414 und mit andererseits der Hektometertafel 414 (= km 41,4) aufeinandertreffen.
Diese Geschichtsträchtigkeit des Standortes führte zu der Idee an dieser Stelle einen Rastplatz für Radfahrer und Wanderer mit eisenbahngeschichtlichen Informationen einzurichten. Gemeinsam mit der RIS der DB InfraGO AG und der Stadt Pirna wurde die Idee des Radlerstopps entwickelt und umgesetzt. Hierbei wurde von der Stadt Pirna das Grundstück zur Verfügung gestellt und die Ausführung erfolgte durch die RIS der DB InfraGO AG. Die Planung der Örtlichkeit sowie die Gestaltung der Informationstafeln und die Wiederherstellung des 100 Ellen Steins "501" erfolgten durch GEPRO.